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Nachdenkliche Emo kacke

 

 

hier werden ab jetzt so nach und nach texte eingefügt, die mich zum nachdenken bringen...der erste is von meinem absolutem lieblingsschuschu=)

Mein Name ist Martin .
Vorrausgehend möchte ich sagen, dass ich so einiges bereuhe.
Doch wie jeder weiß, kommt Hochmut vor dem Fall, und Sünde vor Reuhe
So rechtfertige ich die folgenden Worte mit schlichter Menschlichkeit.

Als ich vor 19 Jahren in einem kleinen Kreissaal das Licht der Welt erblickte ahnte nur die alte Hexe die über meinem zuküftigen Kinder- und Jugendzimmer wohnte, was für ein Mensch ich werden sollte.
Ja, ich bereuhe so einiges. Zum Beispiel mein erstes Mal. Nun, ich schätze, dass ich da vielleicht nicht alleine bin. Nur das ich nicht die Tatsache an sich bereuhe, sondern das es mit einem Strassstein und nicht mit einem Diamanten passierte. Sie war billig und leicht zu haben, und sie sah so unglaublich gut aus, das ich mir heute noch einen runter hohle, wenn ich daran denke das so jemand wie ich, es tatsächlich zustande gebracht hatte so jemanden wie sie, zu vögeln.
Das ist nun 3 Jahre her. Und „so jemand wie ich“ hieß zu dem Zeitpunkt soviel wie „ Deutschrockhörender- Möchtegern-anti“. Dementsprechend trug ich Chucks, lange Haare und spielte Gitarre. „So jemand wie sie“ hieß zu dem Zeitpunkt so viel wie „Die schönste Puppe von allen“. Sie hatte wirklich etwas puppenartiges, sie sah einfach immer umwerfend aus, sie schien nicht wie andere Mädchen, mal einen schlechten Tag zu haben, ihre Haare saßen immer akkorat und ihr Lächeln war einfach umwerfend. Jeder liebte sie. Bis auf ein paar Mädchen die nicht so gut aussahen wie sie. Die hassten sie. Liebe und Hass liegen dicht beieinander.
Auch das erfuhr ich im Laufe meines Lebens.
Doch als ich damals im Kreissaal losbrüllte und meine Ankunft kundtat, war mir die mitlerweile ach so wichtige Zukunft, relativ egal.
Wenn ich heute das Baby meiner großen Schwester betrachte, wünsche ich mir einfach nocheinmal so unschuldig, glücklich und sorglos zu sein wie dieser kleine vor sich hinsabbernde, hellblaue Knuffel-Wurm.

Denn jetzt, mit 19 erscheint mir alles so unglaublich kompliziert. Die Frauen sind kompliziert. Die Schule war kompliziert, aber das was danach kommt erscheint mit noch viel komplizierter, meine Eltern waren lange sehr kompliziert, mitlerweile sind sie mir egal, eine eigene Wohnung, Rechnungen und trotzdem das Leben nicht vergessen wollen, ist einfach viel zu viel. Dabei frage ich mich doch ernsthaft nach dem Sinn. Wenn doch jeder nur ein Leben hat, warum kann er es dann nicht genau so leben, wie er am glücklichsten wäre? Warum kann ich nicht einfach frei und unbeschwert von der Last der Gesellschaft leben? Weil... es Menschen gibt, die nur glücklich sein können, wenn es andere nicht sind. Und die Zahl dieser ist viel größer. Weil die Zahl derer denen es egal ist so unglaublich groß ist. Irgendwann steht man dann wohl vor der Wahl, entweder man hegt die Einstellung „auf dieser Welt, ist alles so wie es sein soll, sonst wäre es schon geändert worden, schließlich gehört uns dieser Planet doch“ uns- das heißt in diesem Fall, allen und besonders, allem. Allem existierenden. Das sollte man fairer Weise dazu sagen. Oder man hört ebend nicht auf zu kämpfen. Bisher haben das vielleicht 300 Menschen geschafft. Wenn man bedenkt wie viele Menschen bereits gelebt haben ist das ganz schön erschreckend.
Momentan bewegen mich Textzeilen wie „und mir dann klar wird, dass das Zeug nur legal ist, damit die Meute schön brav ist, und als Opium fürs Volk ein Teil von dem Plan wird“ und „niemand sperrt die Gitter auf sie sitzen fest im Kopf, die Schlüssel passen lang nicht mehr auf das alte Schloss“...
Es gibt nur zwei Dinge, die ich wirklich liebe, meine Freiheit, und die Musik. Wobei ich doch betonen möchte, dass sich mein Musikgeschmack nicht mehr einordnen lässt. Ich höre wirklich alles. Außer Puppenmusik. Das liegt nicht an meinem ersten Mal, das liegt an mir.
Ich mutierte zwischen 16 und 19 zu einem Junkie. Livemusik gab mir alles. Ich fuhr drei Jahre lang auf jedes geile Festival; Hurrican, Wacken, Rock am Ring, Splash, Blues&Boggie,sogar beim Woodstock war ich einmal. Und so eine Sucht muss bezahlt werden. Ich sagte bereits, ich bereuhe so einiges. Manchmal bereuhe ich es, jemals an einem Joint gezogen zu haben.

Doch wer wäre ich dann jetzt? Ich beschloss im Alter von 17 die eine Sucht mit der anderen zu finanzieren. Das war kein Problem. Ich lebe in einer toten Kleinstadt. Zumindest denken die Bullen das. Mein bester Freund ist ein schwarz angezogener und geschminckter Emo-Freak. Er liebte Him, Muse und My Chemical Romance und er kiffte wie ein Bär um seine Depressionen in den Griff zu bekommen, wie er selbst in stoneten Momenten sagt. Es war klar, dass er sich bald umbringen würde. Er redete seit 2 Jahren von nix anderem. Von ihm kannte ich die großen Leute, und wir verdealten gemeinsam genug um uns einen angenehmen Lebensstandart zu ermöglichen, ohne das wir dabei auffiehlen, denn wir brauchten nicht viel. Und das meißte ging ja eh für die Festivals und Weihnachten drauf. Wie ich schon sagte, die Frauen sind kompliziert. Sie messen Liebe in Geld. Sie haben diesen abschätzenden Blick, der, egal ob ihnen das Geschenk gefällt oder nicht, erstmal versucht rauszufinden wie viel das wohl gekostet haben könnte. Frauen sind zwar kompliziert aber wer will im Winter schon allein sein. So war mein Einkommen immer restlos ausgegeben, für Frauen und Festivals. Wie ich bereits sagte, lieben, das tu ich eh nur meine Freiheit und die Musik. Aber Frauen sind ein netter Zeitvertreib. Dafür, liebe ich sie, so sehr, wie die Zeit die sie mir vertreiben. Mir war es eigentlich egal wo und mit wem ich meine Zeit verbrachte, wer brauchte schon Zeit. Ich ging also in die Schule so oft es ebend ging, machte mein Abi mit 18 und nahm ein Jahr Auszeit. Da meine Eltern sich produktiv gezeigt hatten und ich noch 4 größere Brüder und eine Schwester besaß, musste ich noch nicht einmal Zivi leisten. Ich mache im Moment einfach nichts, nichts offizielles. Und es macht Spaß. Noch. Doch das wird auch langweilig, die Polizei will nichts sehen und meine Eltern erwarten ein Studium. Ich stehe also vor der Entscheidung, entweder, ich breche mich, oder ich bringe mich mit meinem Freak Freund um. Der unglaublich tiefe Schmerz der mich ergreift, wenn ich daran denke, wie schön man leben könnte, wie schön ich leben könnte, und doch weiß, dass ich es nie werden kann, bringt mich tatsächlich gelegentlich zum Heulen.

Dann sitze ich in meinem verdreckten WG-Zimmer und mir laufen ein paar Tränen die Wangen runter. Diese Gesellschaft verbietet das Träumen. Das ist ein riesen Minus für die Option „Weiterleben“. Doch könnte ich auf Musik verzichten? Auch wenn mir so viel Musik davon erzählt zu sterben? Wer weiß denn schon ob nicht etwas viel schö
neres als Musik kommt? Und trotzdem ist das Gefühl
außerhalb dieser Gesellschaft zu leben so befreiend und erschreckend
zugleich. So sehr ich es genieße zu dealen, so sehr erschreckt mich auch in
zunehmenden Mase diese Gesellschaft, die mir immer fremder wird. Die vielen Festivals und der allgemeinhin bekannte damit verbundene Konsum von
allem was reinpasste, haben mich hier hingebracht. Wie gesagt, ich
bereuhe so einiges.
Am Ende jedoch, denkt wohl jeder einmal kurz an Gott. Auch wenn ich
absolut nicht an ihn glaube, habe ich jetzt Respekt. Jetzt wo die Frage
nach dem Sinn immer schwerer zu beantworten wird. Doch eigentlich weiß
ich die Antwort schon. Für mich endet der Sinn hier, denn ich kann
niemals so leben, wie ich unschuldig, glücklich und sorglos sein würde.
Und das sollten wir doch eigentlich sein, oder?

Dancing in the rain <3 * ~{x} {x}
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